SDS 49: Ängste überwinden – ein Selbstversuch

SDS 49: Ängste überwinden – ein Selbstversuch

Die Ängste überwinden, nicht gut genug zu sein.

Für diesen Job. Für die Selbstständigkeit. Fürs Leben. Für diesen Mann. Für deinen Partner.

Ängste überwinden – ein Selbstversuch

Wie sollen wir erfolgreich, glücklich und selbstbewusst auftreten, wenn uns unsere Ängste zurückhalten? Ganz oft haben wir auch alte Geschichten, Menschen im Leben, die uns mal verletzt haben. Oder alte Hobbies, alte Leidenschaften, die wir aus den Augen verloren haben, weil sie uns zu sehr an etwas erinnern, das uns weh tut. Du kannst diese Ängste überwinden. Auch, wenn es im ersten Moment weh tun wird. Dazu gehen wir jetzt gleich die ersten Schritte. Im Allgemeinen. Die Technik hier kannst du auf deine ganz konkreten Ängste anwenden. Dazu hab ich sie schon für dich ausprobiert. Sprechangst auf der Bühne? Extrem wichtiges Thema, dazu machen wir ganz besonders nochmal etwas. Hiermit steigst du am besten gleich ein:

Willst du Ängste überwinden, geh jetzt den ersten Schritt:

Mach dir bewusst: Was macht dir Angst? Was hat dich in der Vergangenheit verletzt?

Was gibt es, dass dich traurig macht? Gibt es Momente, an denen du an einem Bild vorbeigehst, einen Spot im Fernsehen siehst … und dabei Erinnerungen hochkommen, die dir weh tun? Die dich immer wieder runterziehen? Denk genau drüber nach und beantworte dir die Frage ganz ehrlich nur für dich selbst. Mach dir deine Angst, dein Problem ganz genau bewusst. Es ist deine Vergangenheit. Da gibt es etwas, das dich beschäftigt.

Ängste überwinden

Was ist die eigentliche Angst? – Nicht gut genug zu sein

Das ist der große Kern. Diese Angst spiegelt sich in vielen Lebensbereichen bei vielen Menschen. Auch beim Trainer-Leben, beim Podcast, beim Blog. Bekämpfen will ich die Angst im ersten Schritt mit der ersten Hassliebe. Der ersten Hassliebe, die aus der Angst:

„Nicht gut genug“ entstanden ist. Welche Angst ist das bei dir und wozu hat sie dich geführt?

Beschreibe das für dich so konkret wie möglich. Für mich ist es nicht nur die Angst, nicht gut genug zu sein. Sondern auch nicht glücklich genug, nicht selbstbewusst genug – als Trainer für Stimme & Selbstbewusstsein – hallo! Nicht authentisch genug. Das verarbeite ich hier in den Trainertagebüchern und lasse damit die Angst auch immer mehr los.

Daher kommt deine Angst in den meisten Fällen. Wir fürchten uns nicht (mehr) vor Hunger oder Durst. Diese Probleme können wir zum Glück nicht wirklich. Unsere Ängste greifen ganz woanders. Wir haben schon in der Schulzeit gelernt, dass wir immer wieder verglichen werden. Wer hat eine eins, wer eine zwei, wer eine fünf in der Mathearbeit? Hast du eine fünf bist du einfach „nicht gut genug“. Ja, aber wofür bitte nicht gut genug? Diese Schularbeiten und ständigen Tests sagen gar nichts darüber aus, wie wertvoll du als Mensch bist oder wie erfolgreich du sein kannst. Allerdings prägen sie uns schon im Alter von sechs Jahren, dass wir immer unser Bestes geben sollen. Und selbst wenn wir das tun, passiert es, dass wir nicht gut genug sind. Um diese verdammte zwei oder eins zu erreichen.

Nimm deine Angst auseinander: Wo kommt sie her?

Diese Angst vorm „Nicht gut genug Sein“ zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben der meisten Menschen. Daher kommt auch die Angst, dass du dich nicht traust, vor anderen Menschen zu sprechen. Nicht gut genug zu sein. Diese Angst ist so vielschichtig, dass du sie unbedingt für dich auseinander nehmen solltest. Ich gebe dir ein Beispiel, wie das für dich aussehen kann.

Bei mir ist es die Musik. Die Musik macht mir Angst und hat mir mein Leben lang den Arsch gezeigt und mich ausgelacht und geschrien: Du bist verdammt nochmal nicht gut genug! Wenn ich andere Menschen singen höre, die eine wunderschöne Stimme haben, werde ich verdammt traurig. Weil ich dann denke: Wieso hab ich kein solches Talent? Ich kann singen, d. h.  ich treffe die Töne – das wars. Deshalb wollte ich immer richtig gut singen können, oder Klavierspielen. Ein bisschen Klavier spielen kann ich auch. Aber das ist weit von dem entfernt, wovon ich lange geträumt hab. Das Talent ist einfach nicht da. Und das macht mich immer wieder fertig. Aus diesem Grund verbinde ich mit der Musik und dem Singen allgemein einige schlechte Erinnerungen.

Was ist es bei dir?

Was hat dazu geführt, dass du diese schlechte Erinnerung hast?

Frag dich ganz ehrlich: Welche Erinnerungen verbindest du mit deiner Angst, mit dem Ding, bei dem du dich oft schlecht fühlst? Bei dem du das Gefühl hast, nicht gut genug zu sein oder zu versagen? Was ist alles passiert, dass dich schlecht fühlen lässt? Fühl da nur ganz kurz rein, und lass das dann los. Mach dir klar: Das ist die Vergangenheit. Das hat heute nicht mehr viel mit dir zu tun. Vielleicht warst du vor 1 Jahr einfach noch nicht so weit. Jetzt hast du dich weiterentwickelt. Deshalb kannst das Ganze mit neuen Gedanken angehen und die negativen Gefühle dazu loslassen.

Ich verbinde mit der Musik und dem Singen allgemein einige schlechte Erinnerungen. Momente, in denen ich verletzt wurde, in denen ich mich vor 200 Leuten beim Vorsingen extrem blamiert hab und mir gewünscht hätte, ich hätte nie damit angefangen. Das lassen wir gehen. Und beschäftigen und mit unseren Ängsten auf ganz neue Art.

Was kannst du jetzt tun, damit du deine Ängste überwinden kannst?

Such dir ganz konkret eine Aufgabe, die du jetzt machst, um deine Angst loszulassen. In welcher Form kannst du dich mit dem schlechten Gedanken anfreunden: Du bist nicht gut genug. Du wirst das nicht schaffen, du hast keine Chance … Nimm diese Gedanken auseinander und überleg dir genau, wo sie herkommen. Das sind genau diese Art von negativen Glaubenssätzen, die dich dein Leben lang bremsen werden.

Ich versuche dir, es am meinem Beispiel zu erklären. Am Singen hab ich schon lange keine Freude mehr. Es machte mich immer traurig und wütend auf mich selbst. Weil es einfach nicht so schön klang, wie ich es mir immer gewünscht hab. Und üben und trainieren hätte da für die Sing-Stimme, dachte ich, einfach nichts genützt. Diese Wahnsinnspower, die andere Sängerinnen haben, die hatte ich einfach nicht.

Taste dich ganz neu ran. Ich hab mir ein neues Ziel gesetzt. Einen kleinen Traum. Ich möchte Gitarre spielen können. Und ich möchte dazu singen. Nicht auf Bühnen, nicht auf der Straße – sondern einfach nur für mich. Mit der Hoffnung, meine Leidenschaft für die Musik wiederzufinden. Oder wenigstens nicht mehr das Gefühl zu haben, dabei komplett versagt zu haben.

Wie auch immer du deine Ängste überwinden willst: Mach es ganz gelassen und mit Spaß

Wie auch immer du mit deiner Angst abschließen willst: Mach es gelassen und mit Spaß. Wenn du das so angehen kannst, ist es genau richtig für dich. Fang auch einfach ganz klein an. Ich bin den ersten Schritt vor 3 Tagen gegangen und hab mir eine Gitarre gekauft. Der nächste Schritte war, mir ein Lied zu suchen, das leicht ist und das ich schön finde.

Jetzt bin ich dabei jeden einzelnen Tag ein paar mal die Akkorde durchzugehen – auch die Barré- Griffe (Gitarristen wissen, was ich meine – mit denen war ich immer besonders im Krieg). Und werde damit ganz locker, leicht, ohne es zu merken, jeden Tag ein bisschen besser.

Genauso machst du es auch. Lässt deine Ängste Schritt für Schritt los, jeden Tag ein bisschen – und wirst damit dir, deinen Gedanken jeden Tag immer mehr selbst bewusst.

Deine Laura

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