SDS 43: Inspiration, bis du kotzen musst & Wie du davon loskommst

SDS 43: Inspiration, bis du kotzen musst & Wie du davon loskommst

Inspiration: Sprüche, Bilder, bis sie dir aus den Ohren wieder rauskommen

An allen Ecken und Enden findest du „Inspiration“. Inspirierende Bilder, Blogs, Bücher – du sammelst Inspiration auf Reisen, bei der Arbeit, bei Kollegen, bei Freunden, beim Scrollen durch Instagram – immer. Wann weißt du, dass du genug „inspiriert“ bist? Wann weißt du, dass du dein eigenes Projekt starten kannst? Und vor allem: Was davon bist noch du?

Inspiration ist eine geniale Sache, versteh mich nicht falsch. Wir hören die Lebensgeschichte einer erfolgreichen, starken Frau, die sich gegen soziale Ungerechtigkeit durchsetzt und den verstaubten Konventionen eiskalt den Mittelfinger zeigt. Wir denken: „Wow, stark, das kann ich doch auch!“ Aber willst du das auch wirklich? Oder klingt das einfach nur bei DIESER Person so unglaublich toll?

Alles und jeder will heute inspirieren und inspiriert sein

Wie willst du bei diesem Überfluss an Bildern, Geschichten, Posts und Infos jeden einzelnen Tag, den Überblick behalten? Gar nicht. Brauchst du auch nicht. Was du brauchst ist der Weg zu dir. Wieder rausfinden – was willst DU überhaupt? Was gefällt dir? Was willst du wirklich für dich ausleben? Entscheide dich immer wieder neu: Passt das zu dir? Bist das du? Wie viel von den Inspirationen willst du in dein Leben übernehmen? Wenn du das entscheiden kannst – dann können dich andere Menschen, Blogger, Podcaster, Kollegen und Co. Wahnsinnig bereichern. Und du kannst trotzdem noch „Du selbst“ sein. Ist es nicht genau das, was wir wollen?

Inspiration = Ideen einsaugen, bis nichts mehr geht?

Ursprünglich bedeutet Inspiration nichts anderes als „Einhauchen“ – indem dich jemand oder etwas inspiriert – haucht er dir neue Ideen, neue Energie, einen neuen Schubser für deinen kreativen Kopf ein. Das ist doch genial! Was passiert aber, wenn du davon zu viel einatmest? Du weißt ganz oft gar nicht, was du zuerst machen willst. Bekommst 100000 Ideen, die du toll findest – vergisst dabei aber, dass es möglicherweise gar nicht zu dir passt. Und du verlierst vollkommen den Überblick, fängst ganz viel an, bringst nichts zu Ende – oder bleibst im schlimmsten Fall ganz beim „inspiriert werden“ hängen.

Klickst dich durch einen Blog nach dem anderen, ohne endlich deinen eigenen ersten Text zu schreiben (wie du es seit 2 Jahren vorhast). Screenshotest begeistert die nächsten 20 wunderschönen Rezepte und Fotos von gesunden Frühstücks-Alternativen – und holst dir auf dem Weg zur Arbeit doch wieder nur schnell das belegte Brötchen beim Bäcker. Die Suche nach Inspiration gibt dir das Gefühl, selbst schon etwas umgesetzt zu haben.

Die Instagram-Sprüche: „Du bist genug.“ Dann darf ich mich doch auch gut fühlen – oder? Und ich scrolle weiter:

„Erfolg kommt von tun.“  Wow, da genau so ist es! Aber anstatt wirklich loszulegen und „zu tun“, was immer mir Erfolg bringen soll – scrolle ich weiter: „Sei glücklich, indem du es einfach bist.“

Wow, das ist ja einfach. Und ich checke meine Mails, bekomme die Absage einer Firma für das nächste Impulsseminar, das fest eingeplant war – und alle ach so tolle Inspiration ist dahin.

 

Schöne Sprüche bringen deinen Hintern nicht in Form

Das Ziel der vielen tollen Sprüche, der vielen tollen Inspiration ist ganz bestimmt nicht, dass du zu Hause auf dem Sofa chillst. Davon wirst du nicht fit, glücklich, erfolgreich oder selbstbewusst.

Trotzdem wollen wir ganzen „Inspirierer“, dass du unsere Sprüche liest – und bewirken damit ja irgendwie genau das Gegenteil, von dem was wir wollen. Wir wollen dich eben nicht an dein Handy fesseln, wir wollen dir kein falsches Gefühl von Glück oder Dankbarkeit geben. Sondern dich nur dran erinnern, dass du das allein kannst.

Bleib also auf gar keinen Fall in dieser Inspirations-Endlosschleife stecken. Dafür bist du zu schade. Dafür ist dein Leben zu schade. Denk doch mal an deine ganzen eigenen Ideen, deine Ziele. Die wollen doch ausgelebt werden! Und nicht nur in Form von bunten Bildchen oder Sprüchen.

Der Weg aus der Inspirations-Falle

Ich sitze grade auf der Terrasse unseres Ferienhauses. Direkt an der Ostsee. Typisch ostsee-mäßig kühl und windig – aber die Sonne scheint. Ich hab meine Ruhe um Moment. Mehr brauche ich nicht. Die Tage hier will ich unbedingt abschalten. Über keine Coachings, keine Speaker-Ideen, keine Podcast-Folgen nachdenken. Merkst du, wie gut das klappt? Eher bescheiden – wenn ich jetzt schon einen Blogpost darüber schreiben muss. Aber so geht´s mir einfach IMMER, wenn ich rauskomme – frei von Einflüssen aus Facebook und Co., da kommen die ganzen Ideen von ganz alleine. Und zwar so heftig, dass ich dem Ganzen unbedingt gleich nachgehen will.

#1 Inspirations-Entzug: Nachrichten-Diät

Damit kommen wir auch schon zur ersten Sprosse der Leiter, die dich aus der Inspirations-Falle wieder rauszieht. Inspirations-Entzug. Nachrichtendiät. Damit meine ich nicht nur die Nachrichten von der Welt, sondern einfach ALLES. Keine WhatsApp, E-Mail oder Snap-Chat-Messages. Kein „nur mal schnell gucken“ auf Facebook und schon gar kein wildes Scrollen, Herz-Klicken und Bilder ballern auf Instagram. Einfach mal GAR nichts davon. Nur du, deine Gedanken, deine Ideen. Dann weißt du, dass es wirklich von dir kommt. Dann findest du endlich die Ruhe zu wissen: Was willst DU wirklich umsetzen?

#2 Meditation: Uralt, aber effektiv

Meditation & Inspiration. Eine echte Hassliebe muss das sein. Beides ist auch für mich eine echte Hassliebe. An Meditation übe ich mich echt schon (und noch) ne ganze Weile. WENN es denn mal klappt mit der Stille, dem Atmen und dem Abschalten, tut es irre gut. Das kann ich dir also wahnsinnig doll empfehlen. Zeit nur mit dir und deiner Stille verbringen. Damit kommst du zur Ruhe und weißt hinterher auch wieder viel besser: Was kommt dir das allererstes in den Kopf? Dann ist das das erste Projekt, die erste Aufgabe, die du umsetzen willst.

#3 Inspirations-Bulimie: Die Dosis macht das Gift

Diesen Artikel noch, und das Bild angucken und dann noch diese Podcast-Folge dazu hören. Dann hörst du aus 20 verschiedenen Kanälen ein und dasselbe – und bist am Ende trotzdem nicht glücklicher oder selbstbewusster, ohne irgendwas umzusetzen. Viel schlimmer: Du bist richtig erschlagen von der ganzen Flut an Inspiration, willst am liebsten alles auf einmal umsetzen – schaffst aber am Ende gar nichts, weil es einfach zu viel ist (und nebenbei auch noch immer mehr wird).

Dann bist du so überinspiriert, dass du selbst gar keine Lust mehr hast. Und lässt die Dinge einfach so, wie sie sind. Dabei hast du so viel, dass du machen willst!

#4 Verwechsle Inspiration nicht mit „Ich hab das erledigt.“

Erfolge von anderen geben uns (zumindest laut Freuds Psychoanalyse) ganz oft schon das Gefühl, selbst etwas erreicht zu haben. Wenn du Inspirationen, Sprüche oder Ideen von anderen Menschen verfolgst, kannst du an ihrem Erfolg teilhaben. Das ist ein schönes Gefühl, täuscht dich aber gewaltig. Denn es kann dich davon abhalten, deine eigene Story zu schreiben.

Außerdem gibt es dir das Gefühl, selbst etwas für dich getan zu haben. Aber wenn du ein Buch darüber liest: „In 10 Schritten zum Marathon-Läufer“ macht es dich kein Stück fitter, wenn du dein gelesenes Wissen nicht gleich in die Tat umsetzt. Jeden Tag Sprüche lesen, dass du glücklich, frei, genug, selbstbewusst bist – führt nicht zwangsläufig dazu, dass du dir wirklich so fühlst, wenn du an deinen Gedanken und Gewohnheiten nichts veränderst.

#5 Lass dich inspirieren – und bleibt dabei immer bei dir

Lass dich weiter inspirieren – aber frag dich dabei immer wieder selbst: Brauchst du das jetzt? Passt das wirklich zu dir? Oder willst du es einfach an dir vorbeiziehen lassen, dich über das Gefühl, was es bei dir ausgelöst hat, freuen. Danach aber wirklich selbst loslegen – mit Sport, deinem eigenen Blog, deinem ersten Meeting, das du leiten darfst, einem Bild, das du malen willst. Ganz egal! Nutze die Infos, die Inspiration, die du bekommst – und setze sie gleich in deine eigenen Ideen um. DAS ist Inspiration, dafür ist sie da.

Tipps um deine Inspiration richtig zu nutzen: Finde damit immer wieder zu dir selbst zurück. Lerne, mit der riesigen Bilder-Flut umzugehen, mit dem Überangebot an Blogs und Texten. Zieh´das raus, was dich wirklich begeistert und wofür dein Herz schlägt. Wenn du das weißt, bist du dir heute wieder ein Stück selbst bewusster geworden.

P. S. Mehr Inspiration (haha, welche Ironie 😀 aber jetzt kannst du ja filtern) findest du jede Woche in meinen Trainer-Tipps:

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