Unterbrochen werden

Unterbrochen werden im Meeting: 3 Strategien, die wirken

Warum andere dir ins Wort fallen und was deine Stimme damit zu tun hat

Manche Menschen sprechen im Meeting ungestört zu Ende, während andere nach zwei Sätzen unterbrochen werden, egal wie stark ihr Beitrag ist.

Hierarchie und Persönlichkeit erklären das nur zum Teil. Oft sendet deine eigene Stimme unbemerkt ein Signal: Hier darf jemand einsteigen.

Dieses Signal kannst du verändern. Im Meeting helfen dir die drei Strategien weiter unten, für die Zeit davor gibt es mein Audiotraining für 0€ „Sicher auftreten in 3 Minuten“.

Warum manche im Meeting ständig unterbrochen werden

Ich begleite Menschen, die fachlich stark sind und unter Druck trotzdem anders wirken, als sie eigentlich könnten. Einer der häufigsten Sätze in meinen Coachings lautet: „Ich komme in Meetings einfach nicht zu Ende.“ Wenn ich dann genau hinhöre, entdecke ich bei Menschen, die häufig unterbrochen werden, fast immer dasselbe Muster.

Wer vor Entscheidungsträgern spricht, schaltet unbewusst in einen Selbstschutzmodus. Das Tempo zieht an, die Pausen schrumpfen, die Stimme geht am Satzende nach oben, als wäre die Aussage eine Frage.

Dein Körper will schnell fertig werden, weil sich das Bewertetwerden dann kürzer anfühlt. Die anderen im Raum hören etwas anderes: Da zweifelt jemand an der eigenen Aussage. Also darf ich übernehmen.

Dahinter steckt oft ein innerer Antreiber, den ich „Beeil dich“ nenne. Er übernimmt in Drucksituationen gern die Regie. Das Muster sitzt in deiner Psyche, hörbar wird es in deiner Stimme.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Seltener unterbrochen werden: 3 Strategien für deine Stimme

Strategie 1: Führe das Satzende nach unten

Eine Stimme, die am Ende steigt, klingt nach Rückfrage. Führe wichtige Aussagen deshalb mit der Stimme nach unten zu Ende.

In der Sprechwissenschaft heißt diese Tonlage Lösungstiefe: Die Stimmlippen entspannen sich, der Satz bekommt Gewicht.

Üben lässt sich das an kurzen Sätzen wie „Ja, das stimmt.“ oder „So machen wir es.“ Dein Gegenüber hört eine Aussage, über die du gerade nicht mehr verhandelst.

Strategie 2: Halte deine Pausen, statt sie zu füllen

„Ähm“ und „also“ entstehen aus dem Impuls, Stille zu vermeiden. Sie lassen dich suchend wirken.

Stärker ist eine Pause, die du ankündigst und bewusst hältst: „Dafür gibt es zwei Gründe.“ Pause. Blick in die Runde. Dann der erste Grund. So zeigst du, dass du weißt, was als Nächstes kommt.

Fabian, Abteilungsleiter und eine der Führungskräfte aus meinem Buch „Selbstbewusst führen in 30 Tagen“, kennt das Gegenteil. Sein Stellvertreter will etwas mit ihm besprechen, und Fabian nickt zu früh, redet dazwischen, beantwortet Fragen, bevor sie gestellt sind.

Dann hält er inne: „Gib mir einen Augenblick. Ich möchte dir eine gute Antwort geben.“ Er schweigt und denkt nach. Sein Gegenüber wirkt dabei weder genervt noch ungeduldig, eher dankbar.

Strategie 3: Halte dein Tempo bis zum letzten Wort

Wer zum Satzende hin beschleunigt, klingt, als wolle er den Raum möglichst schnell wieder freigeben.

Halte dein Tempo gleichmäßig, gern etwas langsamer als gewohnt, bis zum letzten Wort. Fabians Merksatz passt hier gut: „Tempo runter. Präsenz rauf.“

Was die drei Strategien verbindet

Auf den ersten Blick sind es Stimmtechniken. Ihre eigentliche Wirkung liegt tiefer: Sie unterbrechen deinen Selbstschutzmodus.

Wer die Stimme nach unten führt, eine Pause aushält und das Tempo hält, signalisiert dem eigenen Nervensystem, dass gerade Zeit da ist. Hilfreich ist ein innerer Satz, bevor du das Wort ergreifst: „Ich habe Zeit für diesen Gedanken.“

Für den Anfang genügt ein einziges Meeting, in dem du nur auf dein Satzende achtest. Hör danach hin, wer dich noch unterbricht. Das Wort behält meist, wer innerlich Ruhe hat.

Viel Erfolg dabei,
deine Laura

PS: Deine Aufregung regulierst du am schnellsten, bevor du den Raum betrittst. Sichere dir hier das kostenfreie Audiotraining → „Sicher auftreten in 3 Minuten“ und tritt sicherer auf, wenn es drauf ankommt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert