SDS 23: Stimmtraining gegen Lampenfieber & zu hohe Stimmen

Fiepst deine Stimme auch manchmal so, wenn du aufgeregt bist?

SDS 23: Stimmtraining gegen Lampenfieber & zu hohe Stimmen

Mein erstes Stimmcoaching

War ziemlich heftig. Es war im ersten Semester meines Sprechwissenschaftsstudiums. Wir sollten dafür selbst Texte aussuchen, um sie vorzutragen. War ich nervös? Nein. Ehrlich gesagt war ich ziemlich überzeugt von mir. Hatte ja schon fast 10 Jahre Theater und Musical gespielt – da konnte ich doch gleich mal zeigen, was ich alles kann! Den Text hatte ich auch ganz schnell – Ein Auszug aus Michael Ende´s „Momo“. Das hatten wird grade in der Theatergruppe gespielt – also konnte ich meinen Part absolut perfekt! Habe ganz viel Emotion, Spannung und Liebe in meine Rolle gelegt und die Figur damit zum Leben erweckt. Dachte ich.

Meine tolle Darbietung wurde gleich per Mikro aufgezeichnet – sodass wir uns danach selbst anhören konnten. Jetzt war ich doch nervös – verdammt nervös sogar. Mein Mund wurde richtig trocken, und bestimmt hat meine Stimme auch ein bisschen gezittert. Das Blatt in meiner Hand auf jeden Fall.

Zum ersten Mal hörte ich meine Stimme durch die Ohren anderer. Klang gar nicht mal so cool. War das echt ich? So dünn? So langweilig, so hoch? Kam mir gar nicht so vor. Und genau an diesem Tag, fing ich an, mir und meiner Stimme wirklich bewusst zu sein. Wie so viele andere Frauen spreche ich zu hoch, manchmal immer noch. Woran genau das liegt, liest du am besten in diesem Artikel hier. Da erfährst du auch, ob du auch zu hoch sprichst.

Zu hoch, zu dünn, zu angespannt

Dazu kommt, dass wir in den Momenten, die uns wichtig sind, aufgeregt sind. Kennen wir alle, ist ganz normal. 10 Minuten vor deinem ersten Seminar, deinem ersten Speaker-Auftritt und dir schnürt sich der Hals zu. Dein Herz schlägt dir bis sonst wo und deine Stimme klingt alles andere als selbstbewusst. Wahrscheinlich klingst du in diesem Moment gar nicht, wie du selbst. Vor Anspannung und Aufregung sprichst du viel höher als sonst. Deine Stimme klingt dünn, hoch, angespannt, unsicher. Du wirkst unsicher – vielleicht bist du es jetzt auch. Das können wir vermeiden, ok ?

Fiepst deine Stimme auch manchmal so, wenn du aufgeregt bist?
Fiepst deine Stimme auch manchmal so, wenn du aufgeregt bist?

Entspannter Körper, entspannter Kopf, entspannte Stimme = neues Selbstbewusstsein

Wie du dich fühlst und wie andere dich sehen beeinflusst sich, das ist nichts Neues. Wieso nutzen wir es dann noch nicht? Dein Selbstbewusstsein, dein sicheres Auftreten werden stärker, wenn du dir und deiner Wirkung bewusst bist – und dich damit wohl fühlst. Wenn du es schaffst, (wieder) in deiner natürlichen Sprechstimme zu reden, fühlst du dich gleich 100 mal besser, versprochen. Das kenne ich selbst von mir sehr gut.

Diese 3 Stimm-Übungen benutze ich in meinem eigenen Stimmcoaching immer wieder. Wenn du schon mal ein Stimmtraining bei mir hattest, kennst du die garantiert auch schon. Für mich sind es die besten Übungen, um deine Stimme zu lockern und zu entspannen. Und vor allem, um deine richtige Tonlage zu erwischen.

Stimmcoaching für dich

#1 Atmen

Dein Atem ist der Motor deiner Stimme – nichts Neues. Aber die richtige, entspannte Atmung in den Bauch sorgt auch dafür, dass dich dein Zwerchfell nach unten ausdehnt und deine Stimmlippen gedehnt werden. Und zwar gar nicht mal so wenig – sondern bis zu 8 cm kann das Zwerchfell nach unten gedrückt werden. Dazu kommt, dass die Tiefenatmung deinen Körper und Kopf entspannt – du fühlst dich gelassener, freier und selbstsicherer.

Die richtige Atmung sorgt auch dafür, dass dir nicht die Luft wegbleibt. Allein das ist es wert, vor jedem Auftritt oder wichtigen Gespräch ein paar bewusste, tiefe Atemzüge in den Bauch zu machen. Das verhindert jede Form von nervositätsbedingter Schnappatmung. 

#2 Gähnen

Vielleicht lachst du jetzt, aber Gähnen ist so wahnsinnig gut für deine Stimme. SO gut sogar, dass wir im Studium ständig unsere Professoren angähnen mussten, also in den Stimmcoachings natürlich nur! Gähnen ist SO gut, dass ich manchmal sogar in der Öffentlichkeit vergesse, die Hand vor dem Mund zu halten. Tja, was so ein Sprechwissenschaftsstudium alles mit einem machen kann.

Wirklich: Gähnen dehnt und entspannt deine Stimmlippen (super für deine lockere, tiefere und natürliche Stimme), weitet deinen Rachenraum (Weite ist super, sorgt dafür, dass deine Stimme kräftiger und voller klingt) und entspannt dich. Die Übung zum Gähnen machst du am besten kurz vor einem wichtigen Auftritt – wenn du da so gestrickt bist wie ich, gehst du sowieso kurz vorher wohin – da kannst du auch nach Herzenslust gähnen und deine anderen Stimmübungen machen.

#3 Summen

Leichtes, lockeres Summen ist perfekt, um deine Stimmlippen zu lockern. Außerdem findest du mit der Übung deine natürliche, optimale Stimmlage zum Sprechen. Dafür legst du die Lippen locker aufeinander und summst einen etwas höheren Ton, den du dann tiefer werden lässt. Bleib auf dem Ton stehen, der dir am angenehmsten ist. Kombiniere jetzt das „Mmm“ mit Vokalen, wie z. B. „Moooo“, „Maaaa“, „Meeee“. (Klingt komisch, ist es im ersten Moment auch – Aber lohnt sich ! Spring einfach über deinen Schatten – du weißt doch, wofür 😉 )Dann kannst du einzelne Worte mit „M“ nehmen. „Mond“, „Meer“, „Mal“ – probier dich dabei einfach aus! Hauptsache, du machst es ganz locker, entspannt und ohne Druck – sodass deine Stimme locker und entspannt ist.

Die Übungen beschreibe ich dir in der Podcastfolge ganz genau. Hör´da auch unbedingt rein, dann kannst du die Übungen gleich mitmachen. Welche Fragen hast du noch zu deiner Stimme, zu deiner Ausstrahlung ? Lass´es mich gern wissen und ich beantworte deine Frage im nächsten Blogartikel!

Damit findest du deine natürliche, schönste Sprechstimme ganz schnell. So fühlst du dich beim Sprechen wesentlich wohler, deine Stimmte klingt voller, entspannter und selbstbewusster, weil du dich selbstbewusster fühlst. Viel Spaß beim Ausprobieren!

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