Kein Selbstvertrauen im Alltag? Das ändern wir!

Kein Vertrauen

Kein Selbstvertrauen im Alltag? Das ändern wir!

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Kein Selbstvertrauen| Auszug aus dem Romanratgeber „Selbstvertrauenssache: Charisma Queen II“

„Frauen und Technik, das kann ja nur schiefgehen, nicht wahr, Miriam? Du bist ja das beste Beispiel“, kommentierte Martin spöttisch, während Miriam mit dem Bürodrucker zu kämpfen schien. Solche Situationen machten ihr öfter das Leben schwer, umso mehr, weil sie einfach kein Selbstvertrauen hatte, um zu kontern. Über seinen eigenen Spruch lachend sah er sich beifallheischend im Büro um. Keiner reagierte. Mit Schwung drehte er seinen Schreibtischstuhl wieder in Richtung seines Arbeitsplatzes, nicht jedoch, ohne Miriam vorher noch ein verächtliches Grinsen zu zuwerfen. Allerdings wirkte er etwas verunsichert und rückte seine große, viereckige schwarzumrandete Brille zurecht, mit der er aussah, wie der Chefsekretär persönlich. Mehr oder weniger war er das auch, immerhin war er der Assistent von Miriams Chef.

Vielleicht fiel ihr deshalb kein guter Konter ein. Aber auch so war Miriams Kopf gerade wie leer gefegt und Hitze stieg ihr ins Gesicht. Garantiert bildeten sich wieder diese roten Flecken, die sie immer bekam, wenn sie aufgeregt oder ihr etwas peinlich war. 

Wieso hatte Miriam in diesem Moment kein Selbstvertrauen?

Seit gefühlten Stunden, in Wirklichkeit waren es nur wenige Minuten gewesen, versuchte Miriam, den Papierstau des Farbdruckers zu beheben. Verzweifelt drückte sie verschiedene Knöpfe und immer wieder auf Start, aber das Teil zeigte erbarmungslos Error und Papierstau beheben an. Ja, das würde sie ja gern, aber wie? Die Klappe zum Papier ließ sich einfach nicht öffnen. Zu allem Überfluss stand der Drucker auch noch mitten im Büro zwischen den Arbeitsplätzen der Kollegen. So bekam jeder mit, was für einen tollen Spruch Martin ihr aufgedrückt hatte. „Ich hab einfach kein Selbstvertrauen, immer lasse ich alles mit mir machen“, schoss es ihr durch den Kopf.

„Jetzt mach mal halblang, hattest du nicht erst gestern den Druck-Starten-Knopf mit dem Einschalter verwechselt?“ 

Wann fühlst du dich, als hättest du kein Selbstvertrauen?

Miriam zuckte zusammen und blickte den jungen Mann an, dessen Worte jetzt Martin die Röte ins Gesicht getrieben hatten. Er war etwa einen halben Kopf größer als Miriam, trug ein hellblaues Hemd, ein Lederbändchen ums rechte Handgelenk und hatte die Hände in die Seiten gestemmt. Seine dunklen Haare mussten etwa schulterlang sein, er hatte sie zu einem leichten Knoten zusammengebunden, aus dem sich eine kleine Strähne gelöst hatte, die er sich jetzt mit einer langsamen Bewegung hinters Ohr strich. Miriams Herz schlug ihr bis zum Hals. 

„Naja, normalerweise ist das ja auch so“, stammelte Martin, wandte sich schnell seinem Bildschirm zu und begann scheinbar hochkonzentriert auf seine Tastatur einzuhämmern. Seine Ohren leuchteten immer noch knallrot. Mindestens so rot wie Miriams Gesicht. 

„Der spinnt in letzter Zeit öfter mal“, sagte der plötzlich neben ihr aufgetauchte dunkelhaarige Retter. Miriam blickte irritiert zu Martin und sah dann den Kollegen mit dem Lederbändchen und den dunklen Haaren fragend an. 

„Also, der Drucker. Wenn du die Klappe öffnen willst, um den Papierstau zu entfernen, musst du erst diesen Knopf drücken. Hier. Wenn man das weiß, geht es ganz leicht“, erklärte der Kollege, während er sich wieder eine Strähne hinters Ohr strich und sich daran machte, den Drucker in Gang zu setzen. Miriam sah ihm dabei aufmerksam zu und versuchte so auszusehen, als würde sie sich jedes Detail merken wollen. In Wirklichkeit konzentrierte sie sich darauf, die Röte ihrer Wangen und ihren Herzschlag wieder in den Griff zu bekommen. 

Warst du schon mal in so einer Situation? Kannst du Miriam Gefühl nachempfinden?

„Mensch, Danke, das wusste ich nicht. Ich drucke sonst immer unten in der Verwaltung, da komme ich her, also, da arbeite ich. Aber unser Farbdrucker ist außer Betrieb und ich wollte nur eben diese Unterlagen für den Chef kopieren“, – Miriam redete sich um Kopf und Kragen (so kam es ihr jedenfalls vor) und vergaß dabei ganz, zu atmen. Irgendwie machte der neue Typ sie nervös. Trug er Kontaktlinsen? So grün konnten Augen doch gar nicht sein. Und so neu war er gar nicht, stellte sie jetzt fest. Sie hatte ihn schon öfter flüchtig gesehen, wenn sie ihrem Chef Präsentationsmaterialien oder einen Kaffee ins Meeting gebracht hatte. Eigentlich waren das als Chefassistent Martins Aufgaben, aber der lagerte solche Dinge nur zu gern an Miriam aus. Aber sie war zu unsicher, um etwas dagegen zu tun.

„Dachte ich mir, ich hab dich hier bei uns noch nie gesehen. Schön dich kennen zu lernen, ich bin Fabian und arbeite als Designer in der Kreativ-Abteilung, also genau hier“. Er lächelte Miriam an und sie lächelte so entspannt, wie möglich, zurück. 

„Na dann, ich muss los, wir sehen uns!“ Fabian legte zum Abschied ganz kurz die Hand auf Miriams Schulter. Eine freundschaftliche Geste und trotzdem blieb ein leichtes Kribbeln auf ihrer Schulter zurück. 

Der war ja vielleicht nett gewesen. Miriam sah ihm kurz hinterher. Vielleicht würde sie sich sogar irgendwann trauen, ihn auf einen Kaffee einzuladen, als Dankeschön sozusagen. Miriam lächelte kurz bei dem Gedanken, noch einmal in seine grünen Augen zu schauen und.. – nein Quatsch, Miriam schüttelte leicht den Kopf und begann, ihre Kopien zu machen. Sie war doch überhaupt nicht an Männerbekanntschaften interessiert, ehrlich nicht, denn die letzte war nicht sonderlich gut für sie ausgegangen.

Keinen Gedanken und keine Träne wollte sie mehr daran verschwenden, sondern sich nur auf ihre Karriere konzentrieren. 

Kein Selbstvertrauen
„Charisma Queen II“, damit du nicht mehr denkst, du hättest kein Selbstvertrauen.

Seit vier Jahren arbeitete Miriam in einer großen Firma als Marketingassistentin und wünschte sich schon lange, endlich ihre kreative Seite mehr einbringen zu können. Ihre Freundin Klarissa arbeitete in der Kreativ-Abteilung und wollte Miriam dabei unterstützen, in die gleiche Abteilung zu wechseln. Bisher lief das nicht ganz so, wie Miriam es sich vorstellte. Aber sie wollte sich nicht unterkriegen lassen. Klarissa hatte ihr in der Vergangenheit in den Kaffeepausen oft gut zugeredet, weil es Miriam doch noch schwerfiel, sich in dem bunten Haufen von Marketing-Managern und kreativen Köpfen in ihrer Firma durchzusetzen. 

Miriam arbeitete an sich. Mal ging das gut, mal weniger, so wie vorhin mit Martin und dem Drucker. Leider hatte Klarissa ihr in den letzten Wochen immer wieder kurzfristig abgesagt, sodass Miriam keine Gelegenheit hatte, ihr von den neuesten Entwicklungen ihrer Karriere zu erzählen. Miriam wollte ihre kreativen Stärken mehr ausleben, traute sich allerdings immer noch oft nicht, ihre Meinung zu sagen und entschieden zu vertreten. Es fehlte ihr noch wesentlich an Selbstvertrauen. Wie sollte sie sich auch selbst vertrauen, wenn sie sich nicht einmal selbst verteidigen konnte? Wenn erst ein Kollege kommen und sie vor dummen Sprüchen in Schutz nehmen musste? 

Kannst du für dich selbst einstehen? In der „Selbstvertrauenssache“ findest du es heraus … 

Kannst du für dich selbst einstehen? – Schwierige Frage und vielleicht fällt es dir leichter, wenn wir sie etwas abwandeln: Wann kannst du für dich selbst einstehen und was hilft dir dabei? Dir selbst zu vertrauen ist mehr, als deine Stärken und Fähigkeiten zu kennen und geht über selbstsicheres Auftreten hinaus. Nehmen wir als Beispiel die Situation, die Miriam eben mit ihrem Kollegen Martin erlebt hat. Verteidigst du dich selbst, wenn dir so etwas passieren würde? Wie hättest du in dieser Situation ganz konkret reagiert? 

Als Beobachter ist es immer leichter

Wie man reagieren sollte, lässt sich von außen natürlich immer leicht sagen, während es am Ende für die Betroffenen selbst viel schwieriger ist, – aber genau dafür haben wir Miriam. Du wirst sie in diesem Roman-Ratgeber dabei begleiten, wie sie im Alltag mehr Selbstvertrauen entwickeln und damit langsam über sich hinaus wachsen wird. Sie wird im Verlauf des Romans lernen, sich mehr zuzutrauen und für sich einzustehen. Wenn du ihr dabei aufmerksam folgst, kannst du dein eigenes Selbstvertrauen leichter entwickeln und auch die Strategien im Ratgeberteil einfacher in deinem eigenen Leben umsetzen. Bevor wir uns deinem eigenen Selbstvertrauen widmen, lass uns zuerst genauer ansehen, was Vertrauen überhaupt ist.

Kein Selbstvertrauen
Kein Selbstvertrauen? Du hast davon oft mehr, als du denkst.

Um genauer zu verstehen, wie Vertrauen funktioniert, helfen die folgenden Fragen: 

1. Welchen Menschen vertraust du? Gehe die Menschen in deinem Umfeld durch und überlege dir, wem du davon am meisten vertraust. 

2. Warum sind es gerade diese Menschen, denen du besonders vertraust? Wie haben sie sich in der letzten Zeit verhalten, um dein Vertrauen zu gewinnen oder dein Vertrauen in sie zu stärken? 

3. Was kannst du selbst aus den Antworten auf die eben gestellten Fragen lernen, wenn du auch jemand werden willst, dem du vertrauen kannst? 

Jeder Mensch hat unterschiedliche Gründe, anderen zu vertrauen. In den meisten Fällen vertrauen wir allerdings den Menschen, auf die wir uns verlassen können, egal, was kommt. Wenn du weißt, dass jemand für dich da sein wird, wenn du ihn brauchst, gewinnt die Person mehr von deinem Vertrauen. Wenn wir das auf dich selbst übertragen bedeutet das, je stärker du dich auf dich verlassen kannst, desto größer wird dein Selbstvertrauen. Je besser du deine Stärken und Fähigkeiten kennst, desto mehr weißt du, dass du dich auf genau diese Fähigkeiten und Stärken verlassen kannst, komme, was da wolle.

Selbstvertrauen bedeutet, dass du dir sicher bist, diese Fähigkeiten immer anwenden zu können, egal, wie aufgeregt du bist oder wie aussichtslos die Situation zu sein scheint. Wenn du anfängst, für dich selbst einzustehen, beginnt ein quasi positiver Teufelskreis: Du merkst jedes Mal von Neuem, dass du dich auf dich selbst verlassen kannst und traust dir in der Folge in zukünftigen Situationen immer mehr zu. 

Mehr Selbstvertrauen bedeutet mehr Freiheit:

Mit mehr Selbstvertrauen hätte Miriam vorhin gegenüber Martin für sich einstehen können. Egal, ob sie lässig auf Martins Spott mit einem kühlen Spruch geantwortet oder wenigstens etwas zu ihrer Verteidigung gesagt hätte, in jedem Falle wäre sie gestärkt aus der Situation hervorgegangen. Wenn du es so gut kannst, hilf mir doch bitte, – das wäre schon eine Möglichkeit gewesen, wie Miriam hätte reagieren können. Doch es war ihr Kollege Fabian, der Miriam in Schutz nehmen musste, weil sie es selbst nicht gekonnt hatte. Damit schwand ein kleiner Teil von Miriams Selbstvertrauen, weil sie gespürt hat, dass sie selbst nicht für sich einstehen konnte. Das ist ein unbewusster Prozess, der trotzdem (oder gerade deswegen) ziemlich stark ist. Je eher du lernst, in solchen Situationen für dich einzustehen oder wenigstens eine Erwiderung zu deiner Verteidigung zu geben, desto mehr Selbstvertrauen entwickelst du.

Das war ein kleiner Auszug aus dem Romanratgeber „Selbstvertrauenssache: Charisma Queen II“ – wenn dir diese Zeilen gefallen haben, wirst du das Buch lieben.

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